Bezahlen mit dem Handy

cash-machineVielleicht haben Sie es auch bereits mitbekommen, in den Medien war in den letzten Monaten immer häufiger vom “Bezahlen mit dem Smartphone die Rede”. Es gibt verschiedene Methoden, um mit dem Handy unterwegs zu bezahlen. Derzeit wird vor allem über die Zahlung mittels der sogenannten NFC-Technologie gesprochen. In unserem heutigen Newsletter möchten wir dieses neue Verfahren einmal genauer vorstellen und dabei die technischen Voraussetzungen und insbesondere die Sicherheit beleuchten.

Warum mit dem Handy bezahlen?

Der Gedanke dahinter ist der, dass die meisten Menschen ihr Smartphone heute ohnehin immer mit dabei haben. Viele Kunden haben das Handy sogar in der Warteschlange an der Supermarktkasse in der Hand. Daher bietet es sich an, auch direkt mit dem Handy zu bezahlen und nicht erst noch die Geldbörse herauskramen zu müssen. Dies ermöglicht unter anderem die Zahlung per NFC. Vor allem junge Menschen würden ihr Haus niemals ohne ihr Smartphone verlassen. Der Geldbeutel bleibt schon eher mal zuhause liegen. Daher kamen die Unternehmen natürlich auf die die Idee, insbesondere die junge Generation zum Bezahlen mit dem Handy zu bewegen.

Wofür steht NFC?

nfcNFC steht für “near field communication”, was auf Deutsch “Nahfeld-Kommunikation” bedeutet. Die Technologie, die dahinter steckt, ermöglicht es, an der Supermarktkassen zu bezahlen, indem das Handy einfach nur nah genug an ein Zahlungsterminal gehalten wird. “Nah” bedeutet hierbei eine Entfernung  von weniger als 4 cm. Neue Smartphones sind in der Regel mit einem NFC-Chip ausgestattet und somit NFC-fähig.

Was benötige ich?

Um bargeldlos mit dem Handy bezahlen zu können, benötigt man zunächst ein NFC-fähiges Smartphone und eine NFC-fähige SIM-Karte. Hat das Handy keinen NFC-Chip (dieser befindet sich in der Regel auf dem Akku aufgeklebt), so kann man das Gerät mit einem solchen Aufkleber nachrüsten. Denn der NFC-Chip ist im Prinzip nur eine winziges Metallband, das unter einem kleinen Aufkleber versteckt ist. Zusätzlich braucht man eine spezielle “Geldbörsen-App”, die sogenannte Wallet-App, die man im App-Store herunterladen kann. Hier gibt es verschiedene Anbieter auf dem deutschen Markt (Zum Beispiel mywallet, mpass oder smartpass). In der App sind dann die Zahlungsdaten hinterlegt. Hierfür ist in den meisten Fällen zusätzlich ein spezielles Konto nötig, nämlich eine virtuelle Kreditkarte, die zunächst aufgeladen werden muss. Andere Anbieter bieten auch Zahlung per Lastschrift an.

Wie funktioniert die Zahlung?

money-1439125_1920Bietet ein Supermarkt die Zahlung per Handy an, so muss man einfach nur das entsprechend ausgerüstete Smartphone nah genug an das Lesegerät an der Kasse halten. Kasse und NFC-Chip kommunizieren nun miteinander. Der NFC-Chip wiederum ist mit unserer “Geldbörsen-App” verknüpft, in der unsere Bankdaten hinterlegt sind, und die Zahlung wird abgewickelt, der Betrag abgebucht. Bei Einkäufen bis 25 Euro hat man damit bereits bezahlt, bei Beträgen über 25 Euro wird zur Sicherheit zusätzlich eine PIN verlangt. Der Zahlungsvorgang ist also eigentlich der gleiche wie bei der Zahlung per EC-Karte oder Kreditkarte, nur dass man keine Karte mehr in ein Terminal stecken muss.

Wie sicher ist das System?

Das Verfahren gilt als sehr sicher. Die Zahlung unterscheidet sich kaum von der Zahlung per EC- oder Kreditkarte. Der Verlust des Handy fällt vielen Menschen zudem früher auf als der Verlust des Portemonnaies. Selbst wenn eine Krimineller unser Handy in die Finger bekäme: ab 25 Euro Einkaufswert muss zusätzlich ein Code eingegeben werden. Zusätzlich bieten manche Apps die Möglichkeit, das Handy per Fingerabdruck zu sperren, sodass eine Freigabe nur dem Handybesitzer möglich ist. Die nächste Absicherung bietet das Konto, dass in der Zahlungs-App hinterlegt ist. In der Regel handelt es sich dabei um eine virtuelle Kreditkarte, die zuvor mit Geld aufgeladen werden muss. Ein Krimineller kann also im schlimmsten Fall nur so viel Geld ausgeben, wie auf der Karte hinterlegt ist. Der Verlust einer Kreditkarte hätte also sehr viel schwerere Folgen als der eines Handys, mit dem mobil bezahlt werden kann.

Welche Alternativen gibt es?

handokayEs gibt noch einige andere Möglichkeiten, um mit dem Handy zu bezahlen. So bieten manche Supermärkte ihre eigenen Apps zum Bezahlen an. NETTO und Edeka zum Beispiel haben solche Apps im Angebot. Hier erfolgt die Zahlung per Abbuchung und nur in den entsprechenden Läden – sofern die Kassen schon dafür ausgerüstet sind. Manche Anbieter arbeiten statt der NFC-Technologie auch mit einem sogenannten QR-Code, der am Handy erzeugt und dann an der Kasse ausgelesen wird. Auf diese Weise bietet auch PAYBACK eine App zum Bezahlen an, allerdings kann diese bislang nur in wenigen Geschäften genutzt werden, zum Beipsiel bei REAL oder dm. Auch mit der PayPal-App können in manchen Geschäften und Restaurants Rechnungen bezahlt werden.

Drittanbietersperre

Es ist auch möglich, bestimmte Dienste über die Telefonrechnung zu bezahlen, dies wird beispielsweise bei sogenannten “Premium SMS” oder kostenpflichtigen Rufnummern angewendet. In diesem Fall wird der entstandene betrag mit der nächsten Handyrechnung abgebucht. Durch trickreise SMS oder provozierte Rückrufe können einem auf diese Weise allerdings auch unbemerkt Abos untergeschoben werden. Will man das verhindern, so hilft die Drittanbietersperre, weitere Informationen dazu unter: www.verbraucherzentrale.de/drittanbietersperre

Durch die Drittanbietersperre werden nur Abbuchungen über die Handyrechnung verhindert, auf alle anderen Bezahlmethoden mit dem Handy hat dies keinen Einfluss!

Fazit

Das mobile Bezahlen steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Viele verschiedenen Systeme konkurrieren noch miteinander, die Einrichtung ist zudem in den meisten Fällen noch recht aufwändig. Außerdem bieten noch längst nicht alle Geschäfte diese Zahlungsmethode an.

Sicher ist das Bezahlen mit dem Handy also, etabliert hat es sich aber noch nicht.

 

 


 

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