Das Spiel mit dem schlechten Gewissen

schlechtesgewissenUnbezahlte Rechnungen, das ungute Gefühl, jemandem noch Geld zu schulden… über diese Situation lernen wir in unserer Gesellschaft schon sehr früh als Kind, dass es sich nicht ziemt, Schulden zu haben. Rechnungen werden pünktlich bezahlt und man fühlt sich auch wohler, wenn man weiß, es ist alles abgehakt und abgerechnet.

Mit diesem Gefühl spielen Spam-Mails ganz besonders gerne. Das schlechte Gewissen, das in uns aufkommt, wenn wir wissen, es gibt noch eine offene Rechnung zu bezahlen, machen sich die Cyberkriminellen zunutze. Denn das schlechte Gewissen führt zu einer Neugierde: man will ja wissen, was das denn da für eine Rechnung sein soll, die man angeblich noch nicht gezahlt hat. Es könnte ja sein, dass man in seiner Vergesslichkeit wirklich etwas übersehen hat.

Dieser Trick wird aktuell bei einer Spam-Mail angewendet, die 1und1-Kunden betrifft. Sie können sich die Spam-Mail weiter unten anschauen. Mit einem Klick auf das Bild vergrößern Sie das Foto. In der E-Mail tritt ein “Uwe Leyendecker” auf, sogar mit Unterschrift und einem Foto. Das wirkt sehr vertrauenserregend und zusammen mit dem 1und1-Logo links oben und dem Deutschland-Logo rechts unten ergibt sich auf den ersten Blick das Bild einer seriösen E-Mail. Angeblich konnte eine Zahlungsanweisung nicht ausgeführt werden, eine Abbuchung sei nicht geglückt. Um die Abbuchung erfolgreich abschließen zu können, sollen auf einer Internetseite kurz nochmals die Zahlungsdaten eingegeben werden.

Doch die Internetseite, auf die hier verwiesen wird, gehört nicht zu 1und1, sondern ist im Besitz der Kriminellen. Alle Daten, die Sie dort eingeben würden, wären dann zukünftig in den Händen der Cyberkriminellen.

Oftmals denken wir ja, solche Spam-Mails mit angeblich offenen Rechnungen seien nur dann gefährlich, wenn sie einen Anhang enthalten. Das man diesen nicht öffnen und herunterladen soll, das ist mittlerweile recht bekannt. Aber hier ist ja kein Anhang dabei, dann wird es nicht so gefährlich sein, könnte man denken. Und schon hat man aus Neugierde mal schnell auf den Link geklickt.

Auch hier wieder unser Rat:

Der Schutz ist eigentlich recht einfach: kontaktieren Sie die Firma, um die es in der Mail geht, und erkundigen Sie sich dort, direkt. Und zwar auf einem anderen Weg, als es in der (möglicherweise Spam-) Mail angeboten wird. Das ist ganz wichtig. Ob Sie anrufen, eine E-Mail schreiben oder sich bei der jeweiligen Internetseite mit Ihren Benutzerdaten anmelden und dort nachschauen, ob vielleicht sogar vor dieser Spam-Mail gewarnt wird – welchen Weg Sie auch wählen, es ist wichtig, dass Sie keinen Weg der Kontaktaufnahme aus der fragwürdigen Mail wählen. Auf diese Weise haben Sie den “echten” Kontakt zu der Firma sichergestellt und können sich erkundigen, was es mit der E-Mail auf sich hat und ob es sich um Spam handelt.

In diesem Fall handelt es sich um Spam:

spam betrug 1und1

 

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