Dubiose LIDL Gutscheine

lidl-gutschein-fake“Chaos durch größte Werbeaktion in der Geschichte von Lidl”

So lautete der Titel einer gefälschten Gutscheinaktion, auf die vor einiger Zeit in Facebook Abertausende herein fielen. Das dazu veröffentlichte Foto erweckte beim Leser einerseits immense Neugierde, was denn da wohl los gewesen sein könnte, dass für eine Werbeaktion so viele Menschen in einer Schlange stehen. Diese Neugierde führt dazu, dass der Artikel gelesen wird.

Und zweitens steigt unweigerliche eine kleine Spur der Gier im Leser auf, da er doch sehr gerne auch von dieser offenbar sehr erfolgreichen Gutschein-Werbeaktion profitieren möchte. Diese Gier entsteht, wenn der Leser den Text des Artikels liest und von den angeblichen Gutscheinen erfährt:

“Die Aktion ist zeitlich begrenzt gültig, nur solange der Vorrat reicht. Wenn Sie das lesen, ist es wahrscheinlich schon zu spät. Möchten Sie wissen, ob Sie auch teilnahmeberechtigt sind, müssen Sie die folgenden Schritte durchführen:

1. Besuchen Sie die offizielle Website: Lidl Gutschein-Aktion.
2. Die Lidl-Gutscheine sind gültig bis zum 3. November 2016, die Anzahl ist begrenzt.
3. Die Gutscheine werden Ihnen kostenlos zugeschickt, in der Regel am nächsten (Arbeits-)Tag. Sie können möglicherweise die Gutscheine auch bei einem Lidl in Ihrer Nähe abholen.”

 

Fake

Wie sich denken können, handelt es sich dabei um einen “Fake“. Dieses neudeutsche Wort wird gerne benutzt, wenn im Internet Meldungen, Artikel, Nachrichten, Videos oder Fotos als “gefälscht” enttarnt werden. Dass diese Werbeaktion also “Fake” ist, bedeutet, dass sie nicht echt ist und es sich um einen Betrugsversuch handelt. Denn wer sich für den Gutschein unter Angabe seiner Adresse registrieren lässt, erhält keine LIDL-Gutschein, sondern in Zukunft mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Unmengen an gezielt an ihn adressierten Werbebotschaften. Diese Werbung kommt dann per Post in den Briefkasten, als Spam in den Posteingang oder gar als Anruf über das Telefon.
 

Nicht nur LIDL

LIDL war in diesem Fall das leidtragende Unternehmen, welches für den Betrugsversuch sozusagen herhalten musste. Oft werden aber auch die Namen und Logos anderer großer bekannter seriöser Firmen mißbraucht. Die geklaute Bekanntheit und Seriösität dieser Firmen spielt den Betrügern in die Karten, wenn sie die “Fake”-Nachricht verfassen und die entsprechenden Markennamen und Markenlogos widerrechtlich verwenden.
 

Nicht nur Facebook

Und auch nicht nur auf Facebook, wie in diesem aktuellen Fall, werden diese Gutscheine in Umlauf gebracht, sondern auch auf WhatsApp. Der zusätzliche Trick ist zudem, dass es oft heißt, man kann an dem Gewinnspiel für den Gutschein nur teilnehmen, wenn man die Meldung bzw. den Artikel über die Aktion auf Facebook teilt oder bei WhatsApp an einen Bekannten weiter sendet. Dadurch trägt man zur Verbreitung des Betrugsversuches bei.
 

Nicht einmalig

Anbei einige Beispiele gefälschter Gutscheine, die entweder eine andere Masche nutzen, eine andere Firma als Tarnung verwenden oder bei WhatsApp anstatt auf Facebook verbreitet werden:
 


 
hundm-fake
 


 
mdonalds-fake
 


 
amazon-fake
 


 
shell-fake
 


 
hm-fake
 


 
aral-fake
 


 
lidl-fake-2
 


 
rewe-fake