Saarbrücker Zeitung vom 19.12.2016

Smarte Helfer für Senioren

Lupe, Aufnahmegerät, Kreuzworträtsel – Mit diesen Apps rüsten ältere Menschen ihr Mobilgerät auf

Von Katja Sponholz

 

foto-zeigt-heinz-schmeer-rechte-bei-sponholzHier übt Heinz Schmeer (91) den Umgang mit einem Tablet-Computer in einem der Kurse von „Onlinerland Saar“. Spezielle Apps für Smartphones und Tablets können konkrete Hilfe für die Bedienung von mobilen Geräten geben oder als kleine Alltagshelfer fungieren.

Zwei Drittel der Senioren in Deutschland nutzen das Internet. Doch wer sein Smartphone oder seinen Tablet-Computer mit nützlichen Apps ausstatten will, findet sich im Google Play Store oder Apple Store oft nicht zurecht. Welche Apps lohnen sich?
Navigationsdienste, Reiseführer oder die Taschenlampen-Funktion: Zahlreiche Apps können Senioren das Leben erleichtern. Genutzt werden die Miniprogramme auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets. Dabei erfüllen sie eine ganz bestimmte Funktion. So gibt es beispielsweise Apps für Kreuzworträtsel, Bildbearbeitung oder Schreibprogramme.

Nützliche Apps im Alltag
Die Seite App60 listet Anwendungen aus den Bereichen Medizin, Reisen, Tiere, Hobby, Kochen und Freizeit auf, die für Senioren interessant sind. Auch andere Portale treffen eine Vorauswahl und listen ihre Favoriten auf. Das Seniorenmagazin „Aktive Rentner“ beispielsweise empfiehlt Medi Wecker Pro zur Medikamentenerinnerung, blutdruckdaten.de zur regelmäßigen Kontrolle oder auch Kreuzworträtsel Free für Denksport auf dem Smartphone.
Darüber hinaus können Apps auch helfen, Texte zu verstehen beziehungsweise schreiben zu lassen. Talk – Text to Voice Free zum Beispiel liest seinen Nutzern alles vor, was sie selbst nicht auf einem kleinen Display erkennen können – ganz gleich, ob es sich um eine Nachricht handelt oder um Webseiten.

Und was mit der Talk-App funktioniert, geht auch umgekehrt. Mit Dragon Dictation! können Nutzer einen Text einsprechen – die App funktioniert wie ein Aufnahme-Gerät und speichert das Gesagte auf dem Smartphone.

App-Tipps gibt es auch vom Notrufsystem-Betreiber Swift Alarm: Er empfiehlt Knitulator als Hilfe beim Stricken und Häkeln. Die App zählt Reihen und rechnet Maße und internationale Größen in Maschen und Reihen um.

Zudem gibt es auch viele Applikationen rund um das Thema Gesundheit und Service: Apotheke vor Ort – Ihre Stamm-Apotheke ist eine App, die die nächsten verfügbaren Apotheken und aktuelle Notdienste anzeigt und auch Informationen zu Beipackzetteln und Wechselwirkungen gibt. Dafür erinnert Plant Nanny den Nutzer daran, regelmäßig etwas zu trinken, verpackt in einem Spiel, bei dem Topfpflanzen gewässert werden müssen.

Wer mit Kindern und Enkeln in Kontakt bleiben will, kann Skype nutzen. Mithilfe der App können Nutzer Video-Anrufe tätigen und ihr Gegenüber beim Gespräch anschauen.

Großeltern, denen die Ideen für Guten-Nacht-Geschichten ausgehen, können die App Schlaf gut installieren. Sie stimmt Kleinkinder auf das Schlafengehen ein, indem sie Tierkinder beim Schlafen zeigt. Die App funktioniert ähnlich wie ein Bilderbuch.

Nicht zuletzt lässt sich mithilfe von Apps auch ein Smartphone oder Tablet leichter bedienen: Mit der Gratis-App Lupe beispielsweise kann kleine Schrift vergrößert werden, unter Big Buttons Keyboard Standard können Nutzer kostenlos eine größere Tastatur herunterladen.

Dass es beim Alter der Benutzer keine Grenzen gibt, haben die Entwickler von „Levato“ festgestellt. Das Internet-Unternehmen hat sich auf Filme und Artikel speziell für Ältere rund um das Thema Computer, Handy und Internet spezialisiert. Hier erfahren sie unter anderem, wie sie eine App herunterladen können. Mittlerweile haben die Entwickler von Levato mehr als 600 Filme erstellt, von denen ein Teil kostenfrei im Netz angeschaut werden kann. Kurse zu bestimmten Themen können einzeln gekauft werden oder aber man hat als Jahres-Mitglied Zugriff auf alle Angebote.

 

Quelle:
Saarbrücker Zeitung vom 19.12.2016
http://www.pfaelzischer-merkur.de/sz-spezial/internet/art371089,6333392