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Alte Amazon-Falle fordert immer mehr Opfer

LügnerAmazon-Betrugsmails gibt es schon seit Jahrzehnten. Amazon gehörte wohl zu den ersten Firmen, die unter betrügerischen Spam-Mails zu leiden hatten. Das weltweit agierende und riesige Unternehmen hat Kunden auf der ganzen Welt und ist entsprechend ein lohnendes Ziel für die Cyber-Kriminellen. Denn die Betrüger suchen sich am liebsten große und bekannte Firmen mit Millionen Kunden aus, die sie unter trickreicher Tarnung imitieren und darüber möglichst viele Opfer finden.

Es gibt verschiedene Ansätze der Betrüger in der Spam-Mail:
Mal soll das Konto verifiziert werden, mal gab es eine angebliche sicherheitskritische Aktivität und ein anderes Mal wird behauptet, jemand anderes hätte auf Ihre Kosten Bestellungen durchgeführt. Doch alle Inhalte einer solchen Spam-Mail sind komplett frei erfunden.

Die Aufmachung der E-Mail ist dabei professionell und sprachlich nahezu fehlerfrei. Es ist gibt zunächst keine Anzeichen auf einen Betrugsversuch. Zumindest dann nicht, wenn man sich auf den Inhalt und den Text der E-Mail beschränkt. Alles erscheint irgendwie plausibel. Immerhin will man nicht die eigene Sicherheit gefährden, und das würde angeblich laut E-Mail passieren, falls man nichts unternimmt. So wird es in der E-Mail “angekündigt”: Wer untätig bleibt, der riskiert eine Gefährdung der eigenen Daten.

Das Perfide ist: Man soll eine Internetseite öffnen, um das eigene Amazon-Kundenkonto abzusichern, indem man alle seine eigenen Daten eingibt. Doch genau dadurch entsteht dann die Gefährdung: Durch die Eingabe werden die Daten nicht an Amazon übermittelt, sondern an die kriminellen Betrüger.

Neue Waffe gegen Spam

Amazon Spam vom Sicherheitscenter
Zum Vergrößern der Spam-Mail klicken Sie bitte auf das Foto

Ein bisher von uns selten auf den Plan gerufene Untersuchung einer Spam-Mail soll heute im Mittelpunkt stehen: der Link, der angeklickt werden soll. Wie Sie durch unseren Kurs “Sicherheit im Internet” und unsere diversen Filme und Artikel zu Spam-Mails vielleicht schon wissen, kann man sich einen Link anschauen, bevor man darauf klickt. Alle gängigen E-Mail-Programme haben nämlich eine Vorschauleiste, in der die Adresse eines Links angezeigt wird, wenn man mit dem Mauszeiger darüber fährt, ohne zu klicken. In der uns vorliegenden Spam-Mail ist der Link hinter einem Knopf zum Anklicken verborgen. Wir sehen nicht direkt, welche Adresse letztendlich geöffnet wird. Wenn aber mittels der soeben erwähnten Tricks aus unsern Filmen und Kursen die Adresse hinter dem Knopf angeschaut wird, dann kann man erkennen, dass die dahinter liegende Seite folgendermaßen lautet:

www.amazon.prime-logintrue.net

Wenn wir also auf die Schaltfläche anklicken würden, dann würden wir auf dieser Seite landen. Und das können wir erfahren, ohne auf den Link bzw. den Knopf zu drücken. Das ist der große Vorteil dieser Methode. Mit einem bißchen Geschick kann man nun diese Adresse genauer anschauen, wenn man bei einer E-Mail Bedenken hat. Durch das genauere Betrachten eines solchen Links sehen wir, ob der Link wirklich zu Amazon führt.

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    Untermieter oder Besitzer

    Und hier kommt das neue Wissen zum Einsatz, das wir heute zum ersten Mal auf den Plan rufen. Es ist recht fortgeschrittenes Wissen und betrifft den Aufbau der Internetadresse. Achten Sie einmal auf die drei Punkte. Der erste Punkt nachdem www ist immer vorhanden, bei allen Adressen, ebenso der Punkt am Ende, hinter welchem entweder ein “de” oder “net” oder “com” steht. Dieser Nachsatz hinter dem letzten Punkt gibt einen Hinweis auf das Land, in dem die Internetadresse liegt. Diese beiden Punkte sind also ganz normal.

    www.amazon.prime-logintrue.net

    Wenn aber mitten drin in der Adresse ein weiterer Punkt auftaucht, dann ist Vorsicht geboten. Sehen Sie den Punkt nach Amazon und vor prime? Hierzu muss man wissen: Alles, was vor diesem mittleren Punkt steht, darf man sich als Internetseitenbetreiber frei ausdenken! Nur der Teil nach dem Punkt weist darauf hin, zu welcher Internetseite die Internetadresse gehört. Alles, was vor dem Punkt steht, ist in gewisser Weise nur sowas wie ein Untermieter einer Wohnung. Der Teil nach dem Punkt ist der wahre Besitzer, der wahre Eigentümer, die echte Internetseite. So wäre beispielsweise die Seite www.filme.levato.de eine Unterseite von www.levato.de und hat nichts mit www.filme.de zu tun.

    Betrug durch seriöse Begriffe

    An diese Stelle vor dem erwähnten Punkt mitten in der Internetadresse kann eine Internetseite nun also schreiben, was Sie will. Für mögliche Besucher einer Internetseite sieht das dann sehr schnell besonders beindruckend oder vertrauenserweckend aus. So wie im obigen Fall. Die Internetseite heißt hier Prime-Logintrue. Um den Betrug über die Amazon-Spam-Mail zu perfektionieren, haben Sie einfach eine neue Internetadresse quasi als Untermieter eingerichtet, und zwar mit dem Namen Amazon. Wer jetzt die neue Internetadresse www.amazon.prime-logintrue.net liest, bekommt aufgrund des vorangestellten “Amazon” den Eindruck, als sei dies eine Seite von Amazon. Achten Sie also darauf, ob neben den beiden normalen Punkt ein dritter Punkt inmitten der Internetadresse auftaucht. Das kann ein Hinweis auf einen Missbrauch sein.

    So sehen einige Varianten des Betrugs aus:

     

    Beispiel 1:

    Amazon_Spam_05_2018

    Beispiel 2:

    Amazon_Spam_06_2018

    Beispiel 3:

    Amazon Spam vom Sicherheitscenter

    Rückerstattung für Ihre letzte Bestellung (Otto-Versandhändler)

    Otto_GmbH“Sie haben eine Rückerstattung für Ihre letzte Bestellung erhalten.”

    Wer wird bei dieser frohen Botschaft nicht hellhörig! Eine Spam-Mail, deren kriminelle Urheber sich des seriösen Namens von OTTO bedienen, behauptet, es gebe eine Erstattung eines recht hohen Euro-Betrags. Über 600 Euro gibt es vom OTTO-Versandhaus zurück, weil das Buchungssystem eine Bestellung falsch berechnet hat, so der ungefähre Wortlaut des Betrugsversuchs. Wer die Rückerstattung akzeptiert, dem wird das Geld schnell und unkompliziert auf das Konto überwiesen. Es ist nur ein einziger kurzer Schritt notwendig: Man solle die Rückzahlungsinformationen eintippen.

    Nur ein ganz kleiner Schritt zu 600 Euro

    Das macht sogar ein wenig Sinn, denn OTTO muss ja von mir mitgeteilt bekommen, auf welches Konto das Geld überwiesen soll. Und wann kommt man schon mal so einfach an ein paar Euros. Wenn das große Unternehmen OTTO schon einmal kleinlaut zugibt, dass es einen Fehler begangen hat und man Geld zurück bekommt, da sagt man doch nicht Nein! Und irgendwann demletzt hat man vielleicht tatsächlich etwas bei Otto bestellt. Das würde also passen, dass hier ein Fehler passiert ist. So könnte man als Opfer jedenfalls denken. Und wer so denkt, der hat den ersten Schritt in die Falle getan. Zum Eingeben der Rückzahlungsinformationen muss ein Link angeklickt werden, um dort die Rückerstattung anzunehmen. Doch daraufhin erhält man keine Euros, sondern Ärger. Denn hinter der Rückzahlung steckt nicht der bekannte und beliebte Versandhändler namens OTTO, sondern Betrüger. OTTO hat nichts damit zu tun und ist selbst Opfer dieser Masche. Lassen Sie sich nicht durch einen kleinen, schnellen und unverhofften Geldsegen verlocken, in welcher noch so nachvollziehbaren Form er auch erscheinen mag: Die Wahrscheinlichkeit, dass dahinter ein Betrug steckt, ist sehr hoch!

    Verwandter Trickbetrug

    Eine ähnliche Masche des unverhofften Geldsegens von seriöser Stelle aus gab es schon einige Male. Ein berühmtes Beispiel ist die angebliche Steuerrückzahlung, die per E-Mail eintrudelt. Natürlich ist auch dies ein Betrug, der aber leider sehr oft funktioniert. Wenn Menschen plötzlich Geldbeträge zurückerstattet bekommen, setzt oft die Vorsicht aus. Denn: Was soll schon schief gehen? So ist oft der Gedanke, der dahinter steckt. Vor der angeblichen Steuerrückzahlung warnten wir bereits ausführlich (Hier klicken, um die Spam-Warnung zu lesen), die Idee der Betrüger ist fast identisch, nur wird in dem Falle der Steuerrückzahlung ein noch seriöser anmutender Name missbraucht: Das Finanzamt.

    Die Polizei warnt: Spam-Mails getarnt als Behörden-Mail

    Polizei RLPEine besonders unverschämte Weise, einen Betrug zu starten, ist es, sich als Polizei auszugeben. Im Namen einiger polizeilicher Dienststellen, aktuell vor allem in Rheinland-Pfalz, haben unbekannte Urheber Spam-Mails versendet. Die E-Mails enthalten Rechnungen sowie einen Link. Beides, der Link und der Anhang, tragen keine seriösen Inhalte. Trotz des vermeintlichen Polizei-Absenders (zum Beispiel die PI Bad Ems) stammen die E-Mails nicht von der Polizei, sondern unbekannte Kriminelle stecken hinter diesen E-Mails. Die entsprechenden E-Mails sollten unverzüglich und ungeöffnet gelöscht werden. Dabei ist es besonders ratsam, falls ein E-Mail-Programm verwendet wird, nach der Löschung der E-Mail auch den Papierkorb bzw. den Gelöscht-Ordner zu leeren, um die Spam-Mail endgültig zu entfernen.

    Bei Fragen und Hinweisen rund um diese aktuellen Spam-Mails im Deckmantel der Polizei wenden Sie sich an:

    Polizeipräsidium Koblenz
    Kerstin Middecke
    Pressesprecherin
    Telefon: 0261-103-2114
    E-Mail: ppkoblenz.presse@polizei.rlp.de
    www.polizei.rlp.de/pp.koblenz

    Original-Content von: Polizeipräsidium Koblenz.
    URL: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117715/3962718

    Whats-App kostenpflichtig? Betrug!

    whatsapp_250pxImmer wieder werden Spam-Mails verschickt, in denen behauptet wird, die beliebte Nachrichten-Anwendung WhatsApp sei jetzt (oder demnächst) kostenpflichtig und man müsse daher nun einen geringen Betrag bezahlen. Erst letzte Woche haben wir wieder eine solche E-Mail erhalten, es gibt sie in verschiedenen Ausführungen. Grundsätzlich können Sie sich merken: WhatsApp hat nicht Ihre E-Mail-Adresse und kann Ihnen daher auch keine E-Mails senden. Jede solche “E-Mail von WhatsApp” ist daher gezwungenermaßen eine Fälschung! Zudem ist nichts darüber bekannt, dass WhatsApp in Zukunft Geld kosten soll. Es wird allerdings sehr wahrscheinlich bald Werbung innerhalb von WhatsApp geben.

    Wir haben einmal testweise den Link angeklickt, der sich in der letzten Betrugsmail befand. Dabei wurden wir auf eine sehr gut gemachte Seite geleitet, die tatsächlich so aussieht, als sei sie von WhatsApp. Die ganze Seite ist aber ein Konstrukt der Betrüger. Auf dieser Seite kann man die angeblich nun fällige Gebühr für WhatsApp entrichten, die Zahlung ist per Kreditkarte möglich. Aber Achtung: Die ganze Seite ist eine Fälschung, alles ist frei erfunden. Die Betrüger hoffen einfach, das möglichst viele Menschen darauf hereinfallen.
     

    Hier können Sie die Betrugsseite sehen

    Wahrscheinlich geht es den Betrügern gar nicht um die Zahlung des geringen Betrags, sondern um das Erfassen Ihrer Kreditkarteninformationen. Mit diesen Daten können die Kriminellen im Anschluss im Internet auf große Einkaufstour gehen – auf Ihre Kosten!
     
    whatsapp_betrug
     


     

    Tricks der Spam-Mafia

    In unserem Lehrbuch finden Sie die typischen Tricks der Spam-Kriminellen. Wir haben dutzende betrügerische E-Mails analysiert und kategorisiert. In 6 Kapiteln stellen wir unterschiedliche Methoden der Betrüger vor, jeweils mit bebilderten Beispielen. In einem siebten Kapitel verraten wir Tipps und Tricks, wie man Spam-Mails erkennt und was man dagegen tun kann.

    Sie können das Buch aber auch als Nachschlagewerk für den Notfall benutzen. Sie legen es neben den Computer und wenn eine fragwürdige Mail in Ihrem Posteingang auftaucht, schlagen Sie einfach nach. Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.

    Wichtiger aber: Das Buch vermittelt Ihnen ein Gespür, einen Riecher für die Spam-Mails, sodass Sie sich zukünftig ganz alleine schützen können.
     

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      1 x Tricks der Spam-Mafia   9,90 €

      Risikofrei. Versandkostenfrei. Auf Rechnung.Hier gibt es weitere Informationen.






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