In den letzten Wochen erreichten uns vermehrt Anfragen und weitergeleitete E-Mails, die alle eine Gemeinsamkeit haben: Der Cloud-Speicher sei angeblich voll oder eine Zahlung für den Cloud-Anbieter könne nicht mehr abgebucht werden. In den E-Mails wird meistens auch behauptet, dass alle Daten gelöscht werden, wenn man nicht sofort handelt.
Diese Nachrichten sorgen verständlicherweise für große Unsicherheit, denn Cloud-Dienste werden mittlerweile von sehr vielen Menschen genutzt. Genau das machen sich die Betrüger aktuell gezielt zunutze.
In den meisten Fällen ist es Betrug
Bei diesen E-Mails handelt es sich fast immer um sogenannte Phishing-Mails. Sie werden massenhaft verschickt und sollen Angst auslösen, damit man unüberlegt auf einen Link klickt. Typische Merkmale solcher betrügerischen Nachrichten sind dramatische Formulierungen wie „Ihre Daten werden gelöscht“ oder starker Zeitdruck wie „innerhalb von 24 Stunden reagieren“. Auch auffällige Banner wie „Jetzt handeln“ oder „Speicher erweitern“ und vor allem keine oder nur eine sehr allgemeine Anrede wie „Sehr geehrter Kunde“ deuten typischerweise auf Betrugsmails hin. Das Ziel ist fast immer dasselbe: Passwörter oder Zahlungsdaten abzugreifen.
Wie erkennt man echte E-Mails?
Grundsätzlich gilt: Es kann tatsächlich passieren, dass der Cloudspeicher einmal voll ist und auch eine monatliche Zahlung schlägt manchmal fehl, weil wirklich die Zahlungsdaten aktualisiert werden müssen. Das passiert zum Beispiel alle paar Jahre, wenn die hinterlegte Kreditkarte abgelaufen ist. Echte Anbieter kommunizieren aber ruhig, sachlich und ohne Drohungen. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um Dienste von Apple, Microsoft, Google oder um andere Cloud-Anbieter handelt.
Echte E-Mails haben immer eine persönliche Anrede, ein eher schlichtes, zurückhaltendes Design, sie enthalten definitiv keine Panikmache, keine Fristen und keine Drohungen. Außerdem gibt es oft auch Hinweise darauf, dass man die Einstellungen direkt im Kundenkonto prüfen kann. Ein weiterer wichtiger Punkt: Seriöse Anbieter fordern niemals dazu auf, Passwörter oder Zahlungsdaten direkt über den Link in einer E-Mail einzugeben.
Warum die Betrugsmails so gut funktionieren
Auffällig ist, dass diese Betrugs-E-Mails oft sehr allgemein formuliert sind. Es wird meist gar kein konkreter Anbieter genannt. Genau deshalb fühlen sich viele Menschen angesprochen, ganz gleich, ob sie Cloud-Dienste bei Apple, Microsoft, Google oder einem anderen Anbieter nutzen. Denn je allgemeiner die Formulierung, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand denkt: „Das könnte mich betreffen.“
Unser wichtigster Rat
Klicken Sie nicht auf Links in solchen E-Mails. Wenn Sie unsicher sind und tatsächlich einen Cloudanbieter nutzen, so öffnen Sie den Cloud-Dienst immer direkt über die bekannte App oder die offizielle Webseite. Dort sehen Sie in den Einstellungen zuverlässig, ob wirklich etwas nicht stimmt, ob also der Speicher voll ist, oder ob tatsächlich die Zahlungsdaten aktualisiert werden müssen.
Bleiben Sie ruhig und wachsam. Angstmachende E-Mails, die Druck ausüben, sind fast nie ein Zeichen für ein echtes Problem, sondern meist ein Zeichen für Betrug.
Weiterführende Informationen für Mitglieder
Im Mitgliederbereich finden Sie viele weitere Informationen über die Cloud und verschiedene Cloud-Anbieter. Wir stellen die Cloud von Google und die iCloud von Apple jeweils in einem Kurs vor, außerdem gibt es mehrere Filme zu OneDrive von Microsoft in unserem Windows-Kurs. In einem Newsletter-Beitrag haben wir zudem die Frage beantwortet: Welche Cloud ist für wen die richtige?
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