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Dieser Betrug verunsichert zur Zeit viele Menschen

Windows-Fotoanzeige

„Ihr Android wurde von 72 Viren stark beschädigt.“
Solche oder ähnliche Warnungen tauchen immer wieder auf Smartphones auf. Manchmal heißt es auch, der Speicher sei voll, der Browser beschädigt oder persönliche Daten seien in Gefahr. Dazu kommen auffällige Schaltflächen wie „Jetzt reinigen“, „Problem beheben“ oder „Alles löschen“. Solche Meldungen wirken beängstigend – und genau das ist beabsichtigt. Man soll möglichst sekundenschnell reagieren, ohne lange darüber nachzudenken. Häufig führt der nächste Schritt zur Installation einer angeblichen Schutz-, Virenscanner- oder Reinigungs-App.

In den vergangenen Wochen haben uns auffällig viele Leserinnen und Leser von solchen Warnungen berichtet, einige sind sogar auf die Betrugsversuche hereingefallen. Daher möchten wir mit diesem Beitrag noch einmal ausführlich davor warnen.

Im Wesentlichen begegnen uns vier verschiedene Varianten:
Die Warnung kann a) eine Werbeanzeige innerhalb einer App sein, b) auf einer Internetseite erscheinen, c) als Benachrichtigung des Browsers auftauchen oder d) sogar von einer bereits installierten App verursacht werden. Das ist eine wichtige Unterscheidung. Denn während es in einem Fall schon genügt, eine Internetseite zu verlassen, muss man in einem anderen Fall eine Berechtigung ändern oder sogar eine App vom Smartphone entfernen.

Wir zeigen Ihnen deshalb die vier typische Fälle, woran Sie diese erkennen und was jeweils zu tun ist. Wir beginnen mit der harmlosesten Variante, bevor wir uns Schritt für Schritt zu einem besonders hartnäckigen Fall vorarbeiten. Dazu haben wir auch ein neues Video erstellt, in dem wir einige dieser Warnmeldungen zeigen und besprechen. Sehen Sie sich daher auf jeden Fall auch unseren Film an, um solche Betrugsversuche in Zukunft schneller zu erkennen:

/wp-content/video/android/erfundene_warnmeldungen.mp4
 
Tipp:
Wenn Sie mit der Maus in das Videobild hineinfahren, erscheint am unteren Rand des Videos eine Leiste. Das äuerst rechte quadratische Symbol schaltet das Video auf Vollbild, sodass man die Inhalte des Films besser sehen kann. Mit dem gleichen Symbol beenden Sie den Vollbildmodus auch wieder.

Senden Sie diesen wichtigen Warnhinweis an Ihre Freunde und Bekannte:

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1. Trickreiche Werbung innerhalb einer App

Die erste Variante begegnet uns häufig in kostenlosen Apps, die sich über Werbung finanzieren. Plötzlich erscheint eine großflächige Anzeige, die behauptet, das Smartphone sei mit Viren infiziert, der Speicher sei voll oder das Gerät müsse dringend gereinigt werden. Diese Warnung stammt nicht vom Smartphone selbst, sondern ist lediglich eine trickreiche Werbeanzeige innerhalb der gerade verwendeten App. Der Inhalt ist frei erfunden. Häufig soll damit die Installation einer anderen App, etwa ein angeblicher Virenscanner oder „Cleaners“, erreicht werden. In diesem Fall genügt es normalerweise, die Anzeige zu schließen, die Zurück-Funktion zu verwenden oder die betreffende App zu verlassen.

 

2. Gefälschte Warnung auf einer Internetseite

Sehr ähnlich sieht die zweite Variante aus. Diesmal erscheint die Warnung allerdings beim Surfen im Internet. Man wurde beispielsweise über eine Werbeanzeige oder eine Weiterleitung auf eine Internetseite geführt, die plötzlich behauptet: „Ihr Android wurde von 72 Viren stark beschädigt.“ Solche Seiten können täuschend echt aussehen. Tatsächlich kann eine gewöhnliche Internetseite aber nicht auf diese Weise feststellen, dass sich beispielsweise „72 Viren“ auf dem Gerät befinden. Tippen Sie nichts auf dieser Seite an, sondern gehen Sie zurück oder schließen Sie den betreffenden Browser-Tab. Notfalls können Sie auch die Browser vollständig schließen.

 

3. Unerwünschte Browser-Benachrichtigungen

Etwas hartnäckiger wird es, wenn einer Internetseite irgendwann (versehentlich) die Erlaubnis erteilt wurde, Benachrichtigungen zu senden. Dann können die falschen Virenwarnungen auch erscheinen, wenn man die betreffende Internetseite längst verlassen hat. Sie sehen dann wie gewöhnliche Benachrichtigungen des Smartphones aus und tauchen beispielsweise auf dem Sperrbildschirm oder in der Benachrichtigungsleiste auf. Einfaches Wegwischen hilft nur vorübergehend, die nächste Meldung wird bald folgen. In diesem Fall muss man herausfinden, welche Internetseite die Benachrichtigungen verschickt, und ihr im Browser die entsprechende Berechtigung wieder entziehen. Dazu haben wir im Mitgliederbereich Filme mit Anleitungen im Angebot:

Störende Browser-Benachrichtigungen entfernen.

 

4. Eine installierte App steckt dahinter

Die vierte Variante ist die unangenehmste und kann die Folge der vorherigen Varianten sein. Vielleicht hat man einer der Warnungen geglaubt und tatsächlich den empfohlenen „Cleaner“, „Virenscanner“ oder eine andere App installiert. Nun befindet sich die Anwendung wirklich auf dem Smartphone und kann selbst neue Warnungen und Werbeanzeigen erzeugen. Unter Umständen erscheinen diese sogar über anderen Apps, sodass zunächst kaum zu erkennen ist, woher sie stammen. Jetzt reicht es nicht mehr, eine Internetseite oder Werbung zu schließen. Die verursachende App muss identifiziert und wieder deinstalliert werden.

Hinzu kommt nämlich eine weitere Gefahr: Jetzt kann Geld ins Spiel kommen! Manche Apps dieser Apps kosten Geld oder verlangen anschließend Geld für eine angeblich notwendige Reinigung, einen Virenscan oder zusätzliche Funktionen. Möglich sind einmalige Käufe ebenso wie kostenpflichtige Abonnements. Wer durch immer neue Warnungen unter Druck gesetzt wird, bezahlt womöglich schließlich für einen Dienst, den er eigentlich gar nicht benötigt. Im schlimmsten Fall können Zahlungsdaten sogar abgegriffen und missbraucht werden. In einem solchen Fall, den wir gemeinsam mit einer Leserin untersucht haben, war genau diese nächste Stufe bereits erreicht: Es wurden bereits Zahlungen veranlasst und es fanden sogar unbefugte Kontozugriffe statt, sodass das Konto letztendlich gesperrt werden musste.

 

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