250 Euro einzahlen und schon nach kurzer Zeit mehrere Tausend Euro verdienen? Oder ganz unkompliziert einen Kredit über 10.000 Euro erhalten, obwohl die eigene Bank diesen vielleicht abgelehnt hat? Im Internet begegnet man immer wieder solchen verlockenden Angeboten. Doch dahinter stecken nicht selten Betrüger.
Das Gefährliche an diesen Betrugsmaschen: Die Internetseiten sehen oft täuschend echt aus, die angeblichen Berater treten professionell auf und die Versprechen klingen zunächst durchaus glaubwürdig. In diesem Beitrag sprechen wir darüber, wie solche Betrugsversuche ablaufen, mit welchen Versprechen die Täter ihre Opfer locken und woran Sie erkennen können, ob ein Finanzangebot seriös ist. Wir beleuchten dafür 1. Betrug mit angeblichen Geldanlagen und 2. Betrug mit angeblichen Onlinekrediten. Beide arbeiten mit ähnlichen Methoden, unterscheiden sich nur in einem Punkt: Beim Anlagebetrug wird ein Gewinn versprochen, beim Kreditbetrug die schnelle Auszahlung von Geld.
1. Achtung bei Geldanlagen im Internet
Besonders häufig wird mit angeblich lukrativen Geldanlagen geworben. Man soll zunächst nur einen kleinen Betrag einzahlen, beispielsweise 250 Euro, um ein Handelskonto zu eröffnen. Anschließend kümmert sich angeblich ein erfahrener Finanzberater oder sogar eine künstliche Intelligenz darum, das Geld zu vermehren. Auf einer professionell gestalteten Internetseite kann man dann beobachten, wie das eigene Guthaben scheinbar immer weiter wächst. Doch spätestens wenn man sich das Geld auszahlen lassen möchte, kommt die böse Überraschung: Die Gewinne existieren möglicherweise überhaupt nicht und auch das ursprünglich eingezahlte Geld ist verschwunden. Schauen wir uns die 5 Schritte noch einmal etwas genauer an.
Schritt 1: Eine verlockende Werbung
Auf Facebook, YouTube, in Suchmaschinen oder auf Nachrichtenportalen erscheint Werbung für eine angeblich besonders erfolgreiche Geldanlage. Manchmal werden sogar bekannte Persönlichkeiten oder Fernsehberichte missbräuchlich als Empfehlung eingesetzt.
Schritt 2: Der Einstieg mit 250 Euro
Das Opfer soll zunächst nur einen überschaubaren Betrag investieren, häufig haben wir von 250 Euro gehört. Damit wird angeblich ein Handelskonto eröffnet. Der Betrag erscheint für viele Menschen klein genug, um das Risiko einzugehen.
Schritt 3: Angebliche Gewinne erscheinen
Auf einer professionell wirkenden Internetseite oder App sieht das Opfer, wie sein Guthaben wächst. Doch diese Gewinne können vollständig erfunden sein. Die Zahlen auf dem Bildschirm sind dann lediglich eine Simulation.
Schritt 4: Ein persönlicher Berater meldet sich
Ein angeblicher Finanzexperte ruft regelmäßig an, erklärt die Kurse und empfiehlt weitere Einzahlungen. Aus 250 Euro sollen 1.000, 5.000 oder sogar 20.000 Euro werden.
Schritt 5: Das Geld lässt sich nicht auszahlen
Sobald das Opfer sein Geld zurückhaben möchte, beginnen die Schwierigkeiten. Plötzlich werden angebliche Steuern, Freischaltungsgebühren oder Sicherheitsleistungen verlangt. Manchmal bricht der Kontakt sogar vollständig ab. Das Geld ist weg.
Diese Vorgehensweise wird ausdrücklich von BaFin und Polizei beschrieben. Besonders hinterhältig ist, dass die Betrüger nicht nur die eingezahlten Beträge behalten, sondern mit erfundenen Gewinnen weitere Zahlungen provozieren.
Polizei: Betrug mit angeblichen Online-Geldanlagen (Cybertrading)
Die wichtigsten Warnsignale sind:
– Garantierte oder außergewöhnlich hohe Renditen
– Unaufgeforderte Anrufe und wiederholte Kontaktversuche
– Druck, schnell Geld einzuzahlen oder aufzustocken
– Auszahlungen werden verweigert oder an neue Zahlungen geknüpft
2. Achtung bei Online-Krediten
Hier nutzen Betrüger eine andere Situation aus: Die Betroffenen benötigen Geld, möglicherweise sogar dringend. Ein Anbieter wirbt beispielsweise im Internet mit einem Kredit über 10.000 Euro, der innerhalb von 24 Stunden ausgezahlt werden soll. Selbst eine schlechte Bonität sei angeblich kein Problem. Nach der Antragstellung folgt sogleich die erfreuliche Nachricht: Der Kredit wurde genehmigt. Es gibt nur noch eine kleine Hürde: vor der Auszahlung soll der Kunde zunächst 250 Euro (oder einen ähnlichen Betrag) überweisen, etwa für eine Versicherung, eine Bearbeitungsgebühr oder die angebliche Freischaltung des Kredits. Nach der Zahlung gibt es entweder weitere Geldforderungen oder der Anbieter verschwindet. Der versprochene Kredit wird niemals ausgezahlt. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland warnt ebenfalls ausdrücklich vor solchen Vorauszahlungsbetrügereien.
Europäisches Verbraucherzentrum: So erkennen Sie den Kreditbetrug
Die typischen Lockangebote
– „Kredit ohne Schufa – garantiert!“
– „Sofort 20.000 Euro, auch bei schlechter Bonität!“
– „Keine Einkommensnachweise erforderlich!“
– „Auszahlung noch heute!“
– „100 Prozent Kreditzusage!“
Besonders verdächtig sind Vorauszahlungen, angeblich garantierte Zusagen ohne Prüfung der finanziellen Situation und zusätzliche Verträge, die mit dem eigentlichen Kredit wenig zu tun haben. Ein seriöser Kreditgeber prüft, ob die Rückzahlung voraussichtlich möglich ist. Ein Kreditvermittler darf außerdem erst dann eine vereinbarte Vermittlungsvergütung verlangen, wenn durch seine Tätigkeit tatsächlich ein Darlehen zustande gekommen und ausgezahlt worden ist.
Was tun, wenn man schon Geld überwiesen hat?
Sollten Sie bemerken oder befürchten, dass Sie selbst Opfer einer solchen Masche geworden sind, helfen die folgenden Ratschläge:
1. Kein weiteres Geld überweisen.
Auch nicht für angebliche Steuern, Auszahlungsgebühren oder die angebliche Freigabe des Guthabens. Dieses Geld werden Sie wahrscheinlich nie wieder sehen.
2. Sofort die eigene Bank kontaktieren.
Fragen Sie, ob sich die Überweisung noch stoppen oder zurückholen lässt. Bei Kartenzahlungen gegebenenfalls eine Rückbuchung prüfen lassen.
3. Beweise sichern.
Internetadressen, Chatverläufe, E-Mails, Telefonnummern, Zahlungsbelege und Bildschirmfotos aufbewahren.
4. Strafanzeige erstatten.
Den Vorfall der Polizei und auch außerdem der BaFin (Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht) melden, wenn ein unerlaubter Finanzdienstleister vermutet wird.
5. Vorsicht vor angeblichen Geldrettern!
Manche Betrüger melden sich später unter anderem Namen erneut und versprechen, das verlorene Geld gegen eine weitere Gebühr zurückzuholen. Ein besonders hinterhältiger Trick, um betroffene Menschen gleich doppelt auszunutzen.
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