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PayPal und Wero im Vergleich

Online bezahlen und per App Geld senden, das gehört für viele Menschen heute ganz selbstverständlich zum Alltag. Ob beim Einkauf im Internet, beim schnellen Geldsenden an Freunde oder beim Bezahlen kleiner Beträge, digitale Bezahldienste machen vieles einfacher und oft auch schneller. Besonders bekannt ist dabei PayPal, das seit vielen Jahren zu den beliebtesten Zahlungsmöglichkeiten gehört. Mit Wero kommt nun jedoch eine neue europäische Alternative hinzu, die von vielen Banken unterstützt wird. Doch worin unterscheiden sich diese beiden Systeme, und welches passt besser zu den eigenen Bedürfnissen? Ein genauer Blick zeigt: Beide Systeme haben ihre eigenen Vorteile und verfolgen unterschiedliche Ziele.

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Der Klassiker: PayPal

PayPal ist seit vielen Jahren einer der bekanntesten Zahlungsdienste weltweit. Um PayPal zu nutzen, erstellt man ein eigenes PayPal-Konto und verbindet dieses mit dem eigenen Bankkonto. Danach kann man mit PayPal Geld an Freunde und Familie senden, online einkaufen und bezahlen, Rechnungen begleichen und Zahlungen empfangen. Besonders beliebt ist PayPal beim Einkaufen im Internet, weil viele Online-Shops diese Zahlungsart anbieten. Ein großer Vorteil dabei: Die Bankdaten oder Kreditkartendaten werden nicht direkt an den Online-Shop weitergegeben, sondern bleiben bei PayPal hinterlegt. Der Händler erhält also nicht die Kontodaten, sondern nur die Bestätigung, dass die Zahlung erfolgt ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zahlung sofort bestätigt wird. Dadurch kann der Händler die Ware oft direkt versenden, ohne erst mehrere Tage auf den Geldeingang warten zu müssen. Zusätzlich gibt es auch noch den sogenannten Käuferschutz: Wenn bei einem Einkauf etwas schiefgeht, kann PayPal in vielen Fällen helfen. Neben dem Bezahlen ist vor allem das unkomplizierte Senden von Geld an Freunde eine beliebte Funktion von PayPal. Und hier kommt nun auch Wero ins Spiel.

 

Der Herausforderer: Wero

Wero ist ein neuer Dienst, der von einem Zusammenschluss europäischer Banken entwickelt wurde. Dahinter steht die European Payments Initiative (EPI). Das Ziel ist es, eine europäische Alternative zu PayPal schaffen und somit unabhängiger von amerikanischen Anbietern zu sein. Anders als bei PayPal braucht man für Wero keine zusätzliche App. Wero ist nämlich direkt in die Banking-App der eigenen Bank integriert. Damit kann man Geld direkt über das Girokonto senden und man benötigt dafür keine eigene Registrierung bei einem zusätzlichen Anbieter. Wero ermöglicht schnelle Echtzeit-Überweisungen innerhalb weniger Sekunden, ohne dass man dafür eine IBAN braucht. Im Moment wird Wero vor allem genutzt, um Geld an Freunde oder Familienmitglieder zu senden. Langfristig soll Wero aber auch beim Bezahlen in Online-Shops eingesetzt werden. Wero kann man nur nutzen, wenn die eigene Bank es anbietet. Dann ist es automatisch eine Funktion des Online-Bankings, ohne zusätzliche Registrierung.

 

Vor- und Nachteile

Während PayPal ein privates und gewinnorientiertes Unternehmen ist, steckt hinter Wero ein Zusammenschluss europäischer Banken. Das erklärt allerdings auch, warum Wero deutlich langsamer wächst. Ziel von Wero ist nichts Geringeres als ein eigenes, unabhängiges Bezahlsystem für ganz Europa. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Es ist fraglich, ob Wero jemals eine echte Konkurrenz für PayPal wird. Der wichtigste Grund dafür ist, dass PayPal bereits seit vielen Jahren am Markt ist und sich weltweit fest etabliert hat. Millionen Menschen nutzen den Dienst regelmäßig, und unzählige Online-Shops haben PayPal längst fest in ihre Bezahlmöglichkeiten eingebaut. Wer einmal an ein bequemes System gewöhnt ist, wechselt nur selten freiwillig. Hinzu kommt, dass PayPal vor allem beim Online-Shopping einen großen Vorsprung hat. Käufer schätzen den Käuferschutz und die sofortige Zahlungsbestätigung, durch die Bestellungen oft direkt versendet werden können. Genau diese Vorteile bietet Wero bisher nur sehr eingeschränkt oder noch gar nicht. Solange Händler und Kunden hier keinen klaren Mehrwert erkennen, fehlt oft der Anreiz zum Umstieg. Ein weiterer Punkt ist die Technik hinter Wero. Das System funktioniert nur dann wirklich bequem, wenn viele Banken mitmachen und möglichst viele Menschen es aktiv nutzen. Solange noch nicht jede Bank Wero vollständig unterstützt und viele Nutzer die Funktion in ihrer Banking-App gar nicht kennen, bleibt die Verbreitung langsam. Ein Bezahlsystem lebt aber davon, dass möglichst viele Menschen es bereits verwenden.

Trotz aller Kritik gibt es auch gute Gründe, warum Wero durchaus erfolgreich werden könnte. Der größte Vorteil ist, dass Wero direkt von europäischen Banken unterstützt wird und nicht von einem privaten amerikanischen Unternehmen wie PayPal betrieben wird. Viele Menschen empfinden das als vertrauenswürdiger, besonders wenn es um sensible Finanzdaten geht. Die Daten bleiben stärker im europäischen Bankensystem und unterliegen den Datenschutzregeln der Europäischen Union.

Ein weiterer Pluspunkt ist die direkte Einbindung in die eigene Banking-App. Man braucht kein zusätzliches Konto und keine weitere App, sondern verwendet einfach das bestehende Girokonto. Das macht den Einstieg besonders einfach, weil keine neue Registrierung nötig ist. Gerade für Menschen, die ohnehin lieber mit ihrer Hausbank arbeiten als mit einem zusätzlichen Zahlungsdienst, kann das sehr attraktiv sein.

 

Fazit

Wir werden sehen, ob und wie sich Wero durchsetzen wird. Es bleibt zu hoffen, dass es dem neuen Zahlungsdienst nicht bald so geht wie Giropay. Giropay war ein deutsches Online-Bezahlsystem der Banken und Sparkassen. Es sollte eigentlich ebenfalls eine Alternative zu PayPal sein. Damit konnte man in Online-Shops bezahlen und Geld direkt vom Girokonto überweisen. Im Gegensatz zu PayPal lief vieles direkt über das Online-Banking der eigenen Bank, wie bei Wero. Giropay wurde allerdings wieder eingestellt. Das Problem war vor allem, dass zu wenige Menschen es genutzt haben. Dadurch konnte sich giropay nie wirklich durchsetzen.

 

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